Chronik



Vereinschronik


Die Gründungsversammlung war im Herbst 1923 und wurde von Christian Schneider dem 1. Vorsitzenden unseres Vereins geleitet. Der Verein wurde von 11 Mitgliedern gegründet. Leider sind alle alten Unterlagen durch Kriegseinwirkung vernichtet worden. In den Gründungsjahren standen Baumschnitt. Veredlung, Schädlingsbekämpfung und Düngung im Vordergrund. Wie aus noch vorhandenen Unterlagen hervorgeht wurden schon in den Jahren 1934, 1936 und 1937 Obstausstellungen im Gasthaus zum Lamm durchgeführt, die sehr gut besucht waren. Bis zum Beginn des 2. Weltkrieges wurden noch zahlreiche Lehrgänge über Schnitt und Düngung von Obstgehölzen durch Obstbauinspektor Plock abgehalten. Ab 1938 bis zum Jahre 1946 ruhte das Vereinsleben. Bis auf Einladung von Kreisbaumwart Melcher am 14.02.1946 bei Mitglied Karl Haug die durch Krieg gestörte Vereinstätigkeit wieder aufgenommen wurde. Die Teilnehmer waren Fritz Schumacher, Wilhelm Schneider, Christian Schneider, Karl Friebolin, Bruchsalerstraße und Karl Haug. Bedingt durch die Nachkriegsereignisse standen insbesondere Düngemittel-, Samen und Spritzmittelbeschaffung und dgl. im Vordergrund. Zum Beispiel wurde im Jahre 1946 Stickstoff ausgegeben für Mitglieder 4,5 kg, für Nichtmitglieder 2 kg pro tragenden Baum. Bereits im Oktober 1946 wurden 200 Obstbäume und 200 Beerensträucher vom Verein beschafft und verteilt. Im Oktober 1950 fand im Rathaussaal die 1. Obstausstellung nach dem 2. Weltkrieg statt. Im Frühjahr 1951 wurde eine Gemeinschaftsobstanlage im Gewann Hühneräcker (Straße Richtung Bretten) angelegt, gepflanzt wurden 117 Obstbäume, die im Jahre 1951 um weitere 141 Bäume ergänzt wurden. Ebenso wurde eine Motorspritze beschafft die von der Gemeinde mit 300,- DM, vom Landkreis Karlsruhe mit 700,- DM bezuschußt wurde, den Rest übernahmen 22 Mitglieder die je 10,- DM als Darlehen zur Verfügung stellten. Lehrfahrten und Ausflüge brachten immer wieder Abwechslung ins Vereinsleben. Durch strukturelle Veränderungen unserer landwirtschaftlich geprägten Gemeinde, verlagerten sich die Schwerpunkte der Vereinsarbeit in den letzten 20 Jahren auf den Bereich Hausgarten. Ortsverschönerungswettbewerbe, in den 60er Jahren, bis hin zu Blumenschmuckwettbewerben in den 70-90er Jahren. Ein Schwerpunkt der heutigen Arbeit liegt wieder bei Pflanzung, Düngung, Veredlung und Schädlingsbekämpfung im Streuobstbau. Weitere Aktivitäten sind die Schnitt- bzw. Auslichtungskurse an alten Bäumen zur Erhaltung unseres landschaftsprägenden Streuobstbaus sowie Kräuterwanderungen unter Leitung von Richard Bräther. Pflege der gemeindeeigenen Bäume im Landschaftsschutzgebiet Zwölf Morgen. Teilnahme am Ferienspaßprogramm der Gemeinde mit Wanderungen unter dem Motto "Der Natur auf der Spur".
Durch die Teilnahme an Straßenfesten, die seit 1987 traditionell durchgeführten Sommerschnittkurse mit Grillfesten auf dem Hühnerberg hat der Verein auch jüngere Mitglieder hinzugewonnen. Dadurch hat sich die Mitgliederzahl von 1956 - 57, 1958 - 72 (Obstausstellung), 1985 - 95, 1989 - 128 auf derzeit 160 Mitglieder erhöht. Daher war es notwendig dem Verein eine neue Satzung zu geben und ins Vereinsregister einzutragen, der Eintrag als e.V. erfolgte am 15. Mai 1987. Der Verein hofft mit Abschluß der Flurbereinigung das von der Gemeinde zugesagte Grundstück als Lehrgarten anlegen zu können. Dank gilt allen Verwaltungsmitgliedern und Mitgliedern der vergangenen Jahre für die vielseitige Unterstützung. Besonderer Dank gilt dem langjährigen 1. Vorstand und jetzigen Ehrenvorstand Günter Numrich der den Verein 25 Jahre geleitet hat. Unser Dank gilt auch den Baumwarten Hans Leonhardt und lsidor Schneider, sowie dem Bezirksverein Bretten und der Beratungsstelle des Landkreises Karlsruhe, der Gemeinde Walzbachtal, sowie allen, die den Verein in der Vergangenheit unterstützt haben.

Beitrag von Wilfried Waidelich